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„Show-Stopper“ statt „Businessvereinfacher“ – 5 Mythen zu Compliance-Kommunikation

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In Deutschland ist Compliance seit der Finanzkrise zu einem wichtigen Thema geworden. Anfangs waren lediglich Finanzinstitute von den verschärften Regelungen und der Implementierung eines Compliance-Management-Systems (CMS) betroffen. Inzwischen greift das Thema auch in andere Branchen über und wird für viele mittelständische Unternehmen zur neuen Realität. Die Diskussion über Compliance-Kommunikation ist oft von Unkenntnis geprägt und wird häufig von Vorurteilen bestimmt. Wir haben die 5 wichtigsten Mythen auf ihren Wahrheitsgehalt hin untersucht:

 

Mythos 1: Compliance ist eine Domäne der Juristen – und nicht der Kommunikatoren.

Compliance-Kommunikation lebt von der Zusammenarbeit beider Disziplinen – zum Erfolg des Unternehmens. Compliance Officer sind häufig Juristen. Gleichzeitig ist eine gute Unternehmenskultur die Grundlage für die Akzeptanz von Compliance. Kommunikatoren können mit ihrem Wissen über interne Kommunikation und Change-Prozesse unterstützen. Dabei sind immer wieder kreative Kommunikationsansätze gefragt, die gewohnte Wege und etablierte Positionen hinter sich lassen und Emotionen wecken.

 

Mythos 2: Mit Compliance sollen Mitarbeiter gegängelt werden. Daran sollte sich die Unternehmenskommunikation nicht beteiligen.

Wahr ist, dass sich der Chief Compliance Officer als Partner der Mitarbeiter verstehen sollte. Inhaltlich sollte sich Compliance als Ratgeber des Mitarbeiters und nicht als Watchdog positionieren –  „Businessvereinfacher“ statt „Show-Stopper“. Dies gelingt nur, wenn Compliance-Kommunikation kontinuierliche Vermittlungsarbeit ist. Als Grundlage bietet sich eine Einbindung der Compliance- in die Wertekommunikation an. In vielen Unternehmen existieren Unternehmenswerte. Dann sind diese Werte für die Mitarbeiter ein bekanntes kommunikatives Fundament, das als Grundlage genutzt werden kann. Compliance-Kommunikation stärkt die Unternehmenskultur nachhaltig – und unterstützt die Mitarbeiter bei schwierigen, rechtlichen Entscheidungen.

 

Mythos 3: Compliance ist alter Wein in neuen Schläuchen, wozu es keine Kommunikatoren bedarf.

Wahr ist, dass Compliance ein sehr komplexes und erklärungsbedürftiges Thema ist. Ein Compliance Officer hat eine andere Funktion als die Abteilungen Recht oder Interne Revision. Er stellt sicher, dass sich das Unternehmen die entsprechenden Gesetze und Vorschriften hält. Dies gelingt durch ein CMS, das dafür sorgen soll, dass sich alle Mitarbeiter „compliant“ verhalten. Compliance-Kommunikation kommt eine wichtige Rolle bei der Sensibilisierung der Mitarbeiter und der Integration von Compliance in die Unternehmenskultur zu.

 

Mythos 4: Compliance dient ausschließlich der Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität.

Es ist korrekt, dass die ureigenste Aufgabe von Compliance die Prävention und Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität im Unternehmen ist. Vor dem Hintergrund zunehmender Regulierung sowie veränderter Erwartungen von Stakeholdern spielt Compliance-Kommunikation darüber hinaus für Responsibility und Reputation aber eine zentrale Rolle. Internationale Konzerne und deutsche Mittelständler brauchen heute eine Nachhaltigkeitsstrategie CSR 2.0, die Compliance selbstverständlich einschließt. Denn Compliance hat für viele Unternehmen aller Größen eine neue Bedeutung gewonnen, und sie sind sich deren enger Verbindung zu ihrer Reputation stärker bewusst.

 

Mythos 5: Compliance ist ein bürokratisches Monster. Mit Kommunikation sollte man das nicht überfrachten.

Compliance bietet Mitarbeitern Orientierung in einem rechtlich-regulatorischen Umfeld, dessen Ausmaß, besonders in der Finanzindustrie, einem Dschungel ähnelt. Der Chief Compliance Officer sowie Compliance Beauftragte in den jeweiligen Fachabteilungen sind da nur einige Beispiele. Compliance-Kommunikation kann dabei helfen, Komplexität zu reduzieren, die Akzeptanz von Compliance zu erhöhen und damit nachhaltig zum Unternehmenserfolg beizutragen.

 

Compliance-Kommunikation wird zunehmend auch zu einem Thema, mit dem sich auch Kommunikationsabteilungen und Agenturen – mythenfrei – befassen müssen.

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Autor: Daniel Konrad

Daniel Konrad ist Seniorberater bei FleishmanHillard und verantwortet Eigen-PR und Eigen-Marketing der Agentur. Er verfügt über sieben Jahre Erfahrung in der Unternehmenskommunikation. Seine Schwerpunktthemen sind Reputation Management, Litigation-PR und Compliance-Kommunikation. Daniel Konrad schreibt auch auf seinem Blog wortgewaltigst!.

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