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Content Strategy Camp 2016 (Foto: PR-Fundsachen (Alina Drewitz), CC-BY)

Content Strategy Camp, oder: #WasSollDas

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Das Content Strategy Camp – kurz #cosca – gehört zu den wichtigsten Veranstaltungen im deutschsprachigen Raum, wenn es um die Themen Storytelling, Content Marketing und Content Strategie geht. In diesem Jahr fand das #cosca16 am 3. und 4 . Juni auf dem mediencampus der Hochschule Darmstadt statt. Bereits zum vierten Mal versammelten sich dort über 150 Experten, Praktiker und Studierende, um sich zwei Tage lang über Plattformen, Trends und Strategien auszutauschen.

So ein BarCamp wie das cosca zeichnet sich dabei vor allem dadurch aus, dass alle Teilnehmer das Programm erst gemeinsam vor Ort gestalten. Jeder kann ein Thema für eine Session vorschlagen. Auch eine Frage kann Grundlage einer Session sein. Damit spiegelt das Programm eines solchen BarCamps immer auch wider, welche Fragen und Probleme die Teilnehmer aktuell beschäftigen.

Beim Content Strategy Camp ging es thematisch – der Name lässt es vermuten – natürlich vor allem um den Content. Und das in all seinen Facetten: Content als Asset für Unternehmen, Content Audit, Content in hochregulierten Märkten, Content und Web Analytics, Content Strategie – in fast 50 Sessions und auch in den Pausen dazwischen gab es für jeden Austausch, Vernetzung und die Möglichkeit, Neues voneinander zu lernen.

Das #cosca16 hat für die Teilnehmer dabei mindestens drei Vorurteile ein für alle Mal ausgeräumt:

Vorurteil 1: Content Marketing und Content Strategie sind das gleiche.

Auch wenn sich viele der Teilnehmer bereits länger mit dem Thema Content befassen, wurde wieder deutlich: Es gibt immer noch große Unsicherheit darüber, was denn jetzt eigentlich „Content Strategie“ ist. Ist es nur ein anderes Wort für Storytelling? Oder Content Marketing? Oder die Social-Media-Strategie?

Über all das geht Content Strategy weit hinaus. Sie ist das „UX für Inhalte“ – egal ob Text, Bild oder Video, wie #cosca-Organisator Thomas Pleil in einer Session gesagt hat. Die Standarddefintion für Content Strategy lieferte Kristina Halvorson schon 2008 in The Discipline of Content Strategy:

Content strategy plans for the creation, publication, and governance of useful, usable content.

In Zeiten, in denen Kommunikation auf immer mehr Kanälen und Plattformen stattfindet, wird dieser umfassende Ansatz einer Content Strategie, die die Erstellung, Veröffentlichung und Steuerung von Inhalten organisationsübergreifend definiert, unverzichtbar.

Auch ein Content Strategy Camp war zu kurz, um tiefer in die Materie einzusteigen. Zur Vorbereitung aufs nächste Jahr gab es aber den hervorragenden Tipp: The Epic List of Content Strategy Resources

Vorurteil 2: Snapchat ist nur was für junge Menschen.

Wie so oft in jüngster Zeit ging es auch auf dem #cosca16 um Snapchat – ob Happy Snappy mit Betty oder Praxisbeispiele und Mehrwert von Snapchat: Was Snapchat kann und warum es auch außerhalb der jungen Zielgruppe relevant ist, wurde gleich in mehreren Sessions gezeigt.

Die Studierenden des Online-Kommunikations-Studiengangs der Hochschule Darmstadt begleiteten das #cosca16 dann auch intensiv via Snapchat, dank Aufzeichnung auch zum Nachschauen:

Und so hat das #cosca16 für manche Teilnehmer die Snapchat-Tür aufgestoßen:

Vorurteil 3: #WasSollDas – Behörden können einfach kein Social Media.

Vermutlich das Highlight des #cosca16 waren die Sessions von André Karsten, hauptberuflich Frankfurter Polizist und dort für die Betreuung der Social Media Kanäle (Facebook, Twitter und Instagram) verantwortlich. Erfrischend und ehrlich gab er Einblicke in seinen Alltag.

Die gut besuchten Sessions unter dem Motto #WasSollDas und die Social Media Kanäle der Frankfurter Polizei beweisen: Wenn Behörden sich auf den berühmt-berüchtigten Dialog auf Augenhöhe einlassen (und sich einfach mal trauen), können sie damit sehr erfolgreich sein – und sogar Kritiker zu Fans machen:

Darüber hinaus gab es noch viel mehr auf dem Content Strategy Camp, zumindest teilweise nachzulesen im Blog des Onlinekommunikations-Studiengangs PR-Fundsachen. Mit diesem vielseitigen Programm hat das #cosca erneut bewiesen, dass es aktuell zu recht eines der spannendsten Themen-BarCamps in Deutschland ist.

Ob es 2017 eine Fortsetzung geben wird, ließen die Veranstalter zunächst offen. Wünschen würden wir es uns auf jeden Fall.

 

Foto: PR-Fundsachen (Alina Drewitz) (CC BY 2.0)

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Autor: Katja Evertz

Katja Evertz ist als Digital Strategist bei FleishmanHillard u. a. für digitale und Social Media Strategien sowie Monitoring und Analytics verantwortlich. In ihrer Freizeit organisiert sie BarCamps, twittert und ist Mitherausgeberin des MonitoringMatcher, einem Online-Magazin für Monitoring und Analytics.

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